Verdammter Mist – Pferdemist sinnvoll entsorgen und verschenken

Posted By Annie on 27. Januar 2014

Gestern, -13 Grad, Frühdienst im Stall!
Ich hab total vergessen, wieviel anstrengender so ein Stalldienst im richtigen Winter sein kann. Bisher hatten wir ja echt Glück mit den Temparaturen, kaum unter null Grad und das bis Mitte Januar. Dafür bin ich wirklich dankbar, denn bis letzte Woche konnte ich noch richtig gut mit meinem Pferd auf dem Platz und im Gelände arbeiten. Und das ist schon wirklich super für den Konditions-, Muskel- und Trainingserhalt, den man im Frühjahr normalerweise ja immer erst mühsam wieder aufbauen muss, wenn man im Winter keine Halle hatte (haben wir nicht). Wenn der Winter also dieses Jahr nicht so lang wird, wie der Letzte, dann stehen die Chancen ganz gut, dass Virgi relativ fit in den Frühling startet.

An Training oder Reiten war gestern nur leider erstmal nicht zu denken. Denn zuerst kommt der Stalldienst. Es war so unglaublich kalt. Ich hatte zwei Paar Handschuhe, unzählige Schichten Kleidung, fette Schuhe und Mütze/Kapuze an und habe trotzdem noch sehr gefroren. Dazu rutschte ich noch fröhlich durch die Gegend, weil unsere Wege ziemlich vereist sind. Und mit Wasser musste auch rumgepanscht werden, weil zwei Pferde bei uns aus Eimern getränkt werden müssen und Heucobs bekommen. Dadurch bildete sich schon eine leichte Eisschicht an meiner Jacke. Lustig war auch das Abäppeln der Koppel, denn die Hälfte der Pferdeäppel lassen sich nicht mehr so auffegen, sondern müssen mit einem Eispickel vom Boden abgeschlagen werden :-P (kein Scherz, aber einige unter euch wissen bestimmt, wie es ist, wenn einem gefrorene Pferdeäppel um die Ohren sausen… ;-) ).

Ich war also völlig in meinen Stalldienst mit erhöhten Schwierigkeitsgrad vertieft und nebenbei mit “Überleben” beschäftigt, als meine Eltern angerufen haben. Sie würden gern etwas Pferdemist für den Komposthaufen abholen… ^^ An sich nichts Neues, sie holen sich öfter mal Mist für die Beete im Garten. Aber bei – 13 Grad?! Da merkt man echt den Unterschied zu Leuten, die kein Outdoor-Hobby haben und gern so einen Anlass nehmen, “um mal rauszukommen” (zumindest im Winter, im Sommer sind meine Eltern ja immer im Garten). Seit wir einstreuen (immer sobald dauerhaft Bodenfrost ist) hatte ich ihnen auch angeboten, den Mist für eine Karre zu trennen, so dass sie keine Späne und Stroh dabei haben.
Ich sortierte also fröhlich die Äppel. Und da ich mich ja im Internet auskenne (eigener Blog und so ;-) ), gab’s auch gleich noch eine Bitte auf’s Handy, mir mal eine Seite anzugucken (auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: “bei -13 Grad?!”). Sie wollen den guten Pferdemist nämlich “professionel” kompostieren und ob ich nicht mal rausfinden kann, was mit Pferdeäppeln am besten ist (ja, nee, is klar -> schön die Brücke zu den Pferden schlagen, damit die Tochter auch mit macht *Mama ich hab dich durchschaut* ;-) ). Warum jetzt? Weil die grad rausgeschmissen werden. Klar, wer braucht im Januar schon Kompostierer… Naja, also wenn jemand von euch Gärtner ist und einen Tipp hat, welcher von diesen ganzen “Geräten” am besten ist, gern her damit! Wir hatten auf dem alten Hof immer nur so einen mit Draht, aber es wird wahrscheinlich so ein Kraftwerk… Für meine Himbeeren hinterm Stall reicht mir eine Fuhre Mistboy, ich hab das Problem nicht.

Mistlagerung auf dem Hänger

Mistlagerung auf dem Hänger

Ich würde sagen, wir haben sowieso riesen Glück mit dem Mist-Thema. Unsere Stallbesitzerin hat einen ganz tollen Deal mit dem Bauern, der unser Heu liefert. Wir bekommen alle 1-2 Wochen die Heurollen geliefert und zeitgleich holt er den Misthänger dann ab und sammelt den Mist bei sich, für das Düngen der Felder. Das ist unglaublich praktisch und auch wirklich notwendig bei der Größe unseres Hofes. Denn für’s Heu haben wir nur wenig Lagermöglichkeiten und Platz für einen Misthaufen ist auch eher nicht da, weil dann wieder ein Stück der Wiese verloren gehen würde. Außerdem gibt es ja noch die ganzen Auflagen für Misthaufen (damit das Grundwasser nicht verunreinigt wird). Übriges, ein kleiner Tipp (und ernst gemeinte Bitte) von unserem Bauern: Bei Minusgraden immer erst Stroh auf den Hänger und dann erst die Pferdeäppel. Sonst friert das alles fest und man hat lauter volle Misthänger auf dem Hof stehen, die sich nicht abladen lassen.

Naja, und ein kleiner Teil des Mists wird ja eben auch von Eltern und Freunden abgeholt. Wir haben tatsächlich mal überlegt, ihn auch zu verkaufen, weil einige Nachbarn und Spaziergänger schon gefragt haben… und unser Mist bestimmt außerordentlich gut ist, bei den ganzen Mineralien und Kräutern, die wir füttern ;-) . Aber das lohnt eher nicht, wenn man sich dafür immer verabreden muss, weil wir ja nicht immer draußen sind. Also wenn dann nur spontan.

So, und nun ziehe ich mich wieder dick an um zum Pferd zu fahren. Heut ohne Stalldienst und vielleicht mit etwas Bodenarbeit. Ich werde zumindest nicht reiten, sonst fallen meine Füße ab.

Kommentare

2 Kommentare zu “Verdammter Mist – Pferdemist sinnvoll entsorgen und verschenken”

  1. Christian sagt:

    Unsere Nachbarn nennen mich ja “Kompost-Man” weil ich mich soviel mit meinem Kompost beschäftige.

    Reine Pferdeäpfel kompostiere ich eigentlich nur, um Hitze im Kompost zu erzeugen. Ansonsten sind die so gut, dass man sie eigentlich direkt untergraben kann..

    Persönlich nutze ich ja gebrauchte Einwegpaletten als Kompostbehälter. Die bekommt man zum einen oft geschenkt, zum anderen sind die einfach größer als alles was man kaufen kann. Und wo ich mit einem Kompost anfing, habe ich mittlerweile drei Komposthaufen.

    Ansonsten ist es wohl eher einer Frage der Optik. Wenn jemandem diese Schnellkomposter gefallen, sind die wohl am einfachsten: Oben rein, unten raus, und was noch nicht genug verrottet ist, kommt oben wieder rein.
    Alles andere ist mehr Arbeit.

    Gruß
    Christian
    PS: Kompost ist aber auch ein bisschen Glaubenssache
    PPS: Wenn Ihr mehr wissen wollt, schick mir ne Email

  2. Annie sagt:

    ;-) Wer hätte das gedacht, schöner Spitzname.

    Du nagelst die Einwegpaletten dann einfach aneinander, richtig?
    Hab meiner Mama die Mail mal weitergeleitet.

    Und das mit der Glaubenssache würde ich durch die Beobachtung meiner Eltern und ihrer Nachbarn sofort unterschreiben

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