Hyper Hyper – Totilas, der Wunderhengst

Posted By Keks on 14. Juli 2011

Nachdem ich jetzt fünf Einleitungen wieder gelöscht habe, fange ich einfach direkt mit dem Thema an, über das aktuell wieder jeder spricht, der auch nur ein bißchen mit dem Reitsport zu tun hat: TOTILAS

Ich habe mir diese Woche überhaupt das erste Mal eine Kür von Totilas angesehen, nachdem ich selbst im Tagesspiegel wieder über das Thema gestolpert bin. Und das war ausgerechnet die Kür von 2010 in Aachen, in der Edward Gal mit ihm einen Weltrekord aufgestellt hat.

Und meine ersten Gedanken zu dem Ritt waren: Auweia, ist der spannig und zusammen geritten. Die Aktion der Vorderbeine im starken Trab sind mir definitiv too much. Versteht mich nicht falsch. Ich finde dieses Pferd wunderschön und sein Engagement in den Küren faszinieren mich sehr. Vieles sieht bei ihm wirklich leichter, als bei anderen Dressurpferden, und auch nach mehr Energie aus. Nur gefällt mir diese “in Form gepresste Energie” nicht.

Mittlerweile habe ich mir sehr viele Videos zu Totilas Ritten angesehen und der Eindruck ist nicht mehr so gravierend – ich habe mich wohl an seine Gänge gewöhnt. Mir gefällt zum Beispiel sein Galopp gut und finde es toll, wie motiviert er durch’s Viereck marschiert. Aber der Anfangsgedanke bleibt: mir fehlt das Lockere im Pferd – um es tatsächlich majestetisch nennen zu können (eines der vielen Adjektive, die verwendet werden, um Totilas zu beschreiben). Offensichtlich habe ich sowieso eine völlig konträre Meinung zu allen anderen. Denn mir gefällt Matthias Rath um Welten besser auf Totilas, als Edward Gal. Meiner Meinung nach sieht das Paar viel harmonischer aus, weil Totilas nicht so eng von ihm geritten wird. Da machen auch kleine Fehler das Gesamtbild nicht kaputt.

Unglaublich schön ist Totilas natürlich tatsächlich. Von der Statur genau mein Typ Pferd. Den Hype um ihn verstehe ich trotzdem nicht. Aber ich habe ja auch nicht soviel Ahnung von der Dressur ;-) (Aktuell freue ich mich wie ein Kullerkeks, dass mein Pferd aus einem ruhigen Trab mit schöner Bergauftendenz in den Galopp springt.) Für den Reitsport ist es auf jeden Fall gut, dass er durch Totilas wieder ein positives Image bekommt. Deshalb beobachte ich das einfach mit allen anderen weiter (ohne mich in den Totilas-Wahn mit reinzusteigern).

Comments

2 Responses to “Hyper Hyper – Totilas, der Wunderhengst”

  1. Stormella sagt:

    Ganz Deiner Meinung. Mir ist er selbst unter Rath noch zu eng! Ich kann mich bei dem ganzen festgehaltenen Hals gar nicht mehr an dem monströsen Gangwerk erfreuen! Aber es stört auf höchsten Niveau ja nix: Weder offene Mäuler noch schlagender Schweif. Achtet mal wie wenig der Schweif ruhig pendelt….. und eines ist gewiss: Der Schweif ist der SPiegel der Seele. Schweifschlagen bedeutet “Weiße Fahne schwenken”.

  2. Keks sagt:

    Ja, da hast du Recht. Das ist auch der Grund, warum ich der ganzen Dressurszene in den letzten Jahren allgemein nicht viel abgewinnen kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber ein wirkliches Umdenken (bis auf Extreme, wie bei der Rollkur) sehe ich noch in weiter Ferne.

    So ein ganz kleines bißchen Hoffnung habe ich allerdings zum Beispiel durch die angepassten Anforderungen der Dressurprüfungen in den unteren Klassen – die ein oder andere nach unten angepasste Änderung geht schonmal in die richtige Richtung, damit nicht alle Jungpferde so durch die Ausbildung durchgejagt werden, nur um schnell bei L mitreiten zu können.

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