Rechts-Links-Schwäche – Spanischer Schritt
Posted By Keks on 22. August 2009
Gestern war so ein Tag, an dem das Pony und ich uns von Anfang an einig waren: Wir wollten uns nicht zu viel bewegen (ich bin überzeugt davon, dass es am Wetter lag, denn andere schienen den gleichen Motivationsmangel zu haben)! Deshalb hab ich mich mal wieder an die Bodenarbeit gewagt. Ich bin ein großer Fan von Bodenarbeit, weil’s mal eine Abwechslung zum normalen Platz-, Geländereiten und Longieren ist. Im Winter hab ich schon öfter daran gearbeitet, dass Rückwärtsrichten, Vor- und Hinterhandwendung, Weichen, Warten etc. auch vom Boden aus klappen (war ein ganz schöner Kampf, weil das Pony das wohl noch nicht kannte… und auch schonmal gefährlich protestiert hat, mit leichtem Steigen – aber das haben wir in den Griff gekriegt). Auf jeden Fall wollte ich diesen Sommer sowieso mit zirzensischen Lektionen beginnen. Die Stute, die ich vor einem Jahr noch geritten bin, konnte den Spanischen Schritt und das Kompliment schonmal, aber mit dem Pony hab ich noch einiges mehr vor…
Gestern haben wir also mit dem Spanischen Schritt angefangen. Ziel ist ja, dass das Pony im Schritt auf Kommando (Stimme, Touchieren oder Zügelhilfe) die Vorderbeine bei jedem Tritt hoch nach vorn/oben heraushebt. Damit das im Schritt funktioniert, muss man das ausdrucksstarke Heraustreten zuerst im Stand üben. Dafür hab ich mich links neben das Pony gestellt und solang am linken Vorderbein mit leichten Antippen mit der Gerte genervt, bis er das Bein gehoben hat und dann sofort gelobt – sowohl mit einem Möhrenstück und der Stimme (damit er die Stimme auch als Lob empfindet, denn ich kann ihn ja nicht ununterbrochen mit Leckerlies vollstopfen). Das habe ich einige Male wiederholt und dabei das Kommando “links” gegeben. Das clevere Pony hat das ziemlich schnell gecheckt und das Bein auch schon stärker nach vorn herausgehoben (das ging viel schneller als erwartet, aber er wollte ja unbedingt die Möhre
).
Danach hab ich die Seite gewechselt und das gleiche mit dem rechten Bein verlangt. Diesmal lautete das Kommando natürlich “rechts”. Für die Übung habe ich nicht nur ein Kommando gewählt (was eigentlich üblich ist), sondern eben die zwei Wörter “links ” und “rechts” damit der Übergang der Übung vom Sattel aus leichter umzusetzen ist und ich Zügel- und Stimmkommando zeitgleich geziehlt einsetzen kann. Am Anfang hat das Pony den Seitenwechsel nicht so richtig begriffen und auch beim Kommando “rechts” das linke Bein herausgestreckt, denn dafür gab’s ja immer die Belohnung (außerdem ist es gar nicht so untypisch, rechts und links zu verwechseln… da nehm ich mich nicht aus
). Ganz wichtig ist es, dass man dann nicht lobt. Gelobt wird nur, wenn eine Lektion gezeigt wird, die man auch fordert (das gilt generell für alle Übungen, ansonsten beginnen die Pferde damit, alle möglichen Lektionen in sämtlichen Situationen anzubieten und das kann nicht nur nervig sein, sondern auch gefährlich werden – z.B. beim Steigen).
Letztendlich hat’s auch mit dem rechten Vorderbein gut geklappt und er hat das für’s erste Üben wirklich gut gemacht. Ich werde das jetzt regelmäßig üben, so dass er sensibler und schneller auf’s Touchieren und vor allem auf die Kommandos reagiert. Danach wird das ganze schonmal am Boden im Schritt probiert. Bis der Spanische Schritt dann vom Sattel aus verlangt wird, muss das ganze aber erst richtig am Boden sitzen, sonst verwirre ich das Pony zu sehr und Erfolgserlebnisse sind beim Lernen auch für Pferde extrem wichtig. Deshalb: bei neuen Lektionen nie Strafen, sondern einfach nur Loben, wenn’s in die richtige Richtung geht…
Das probiere ich morgen gleich einmal aus. Bin gespannt…
[...] – im Speziellen, der Spanische Schritt. Im letzten Jahr habe ich bereits versucht auf die herkömmliche Methode den Spanischen Schritt zu erarbeiten. Allerdings hat es Virginia reichlich wenig interessiert, ob ich da mit der Gerte an ihren Beinen [...]