Herr Doktor, Herr Doktor… – Den richtigen Tierarzt für’s Pferd finden

Posted By Keks on 29. Juli 2010

Mein Pferd scheint den Hang zum Dramatischen zu haben oder es zumindest zu genießen, wenn sie Besuch von Tierärzten und Spzialisten bekommt. Ich habe Virginia jetzt erst ein paar Monate, aber in der Zeit hatte sie bereits eine Krampfkolik, ihr fielen großflächig die Haare aus, sie hustete, entlastete ihre Hinterbeine, hat eine falsche Huftellung… und ich will gar nicht wissen was noch so kommt.

Weil einige ihrer Leiden akut waren, musste ich ständig einen anderen Tierarzt anrufen, der verfügbar war und sie behandeln konnte. Ich kenne mittlerweile einige Tierärzte aus der Umgebung (auch aus meinem alten Stall noch) und muss sagen, dass ich bei dem einen oder anderen schon meine Bedenken hatte (musste aber auch feststellen, dass ich beim ersten eigenen Pferd ziemlich pingelig geworden bin, was Menschen angeht, die ich ans Pferd ranlasse ;-) ).

Einige Tierärzte waren aber wirklich nicht sehr vertrauenserweckend:

- Einer hat eine Ferndiagnose über’s Telefon gestellt ohne überhaupt alle Fakten zu kennen und das Pferd gesehen zu haben (die Diagnose und Behandlungsempfehlung stellte sich dann auch als falsch raus).

- Der nächste war zwar sehr kompetent und sympathisch, aber bereits so alt, dass ich Angst hatte, dass er’s mit seinem Arztkoffer nicht mehr zum Tor schafft (ich übertreibe etwas).

- Am meisten Bedenken hatte ich dann bei dem Tierarzt, der mich (!den Kunden!) nach der bevorzugten Behandlungsmethode fragte OHNE mir überhaupt irgendwelche Behandlungen vorzuschlagen, zwischen denen ich wählen konnte… und der sich zusätzlich ohne großes Zögern von einem anderen Pferdebesitzer bei einem Pferd zu einer anderen Behandlungsform überreden ließ.

- Ungünstig war auch der, der “kam – sah – und behandelte” ohne kurz zur erklären oder das Einverständnis des Besitzers abzuwarten (der dabei stand und es war kein akuter Fall)

- Und dann gab es noch den, der auf Wunsch/Überzeugung des Besitzers zwar die Impfungen in den Equidenpass eintrug, aber nicht verabreichte (ganz toll für die benachbarten Pferde und Turnierteilnahmen).

Fazit: Wählt mit viel Bedacht den Tierarzt für euer Pferd und hört auf euer Bauchgefühl. Einige der behandelten Pferde hätten schneller und besser versorgt werden können!

Ich hab für mich die Kriterien für meinen “Wunsch”-Tierarzt für Virginia aufgestellt:

- kompetent!!!!! (Qualifikationen, guter Ruf, keine sich häufende Fälle von Fehlentscheidungen…)

- bildet sich weiter/ sucht Rat bei Spezialisten (man sollte grade als Arzt wissen, wann das eigene Wissen vllt nicht genug ist)

- nicht zu alt (ich möchte, dass der Tierarzt Virginia über eine sehr lange Zeit betreut und kennt und ich nicht ständig wechseln muss, weil wieder einer in Rente geht)

- vertrauenswürdig (krumme Dinger können woanders gedreht werden, aber nicht an meinem Pferd)

- kann gut beraten (ich möchte verstehen und befürworten, was mit meinem Pferd gemacht wird…schließlich trage ich am Ende die Verantwortung)

- einfühlsam (okay, das ist jetzt nicht so wichtig, aber man/ich bin emotional, was mein Pferd betrifft und Sätze wie: “Der Gaul macht’s über die Nacht nicht mehr” sind einfach in solchen Situationen nicht angebracht… aber hier würde ich auch Abstriche machen, dann hat der Tierarzt halt neben dem kranken Pferd auch noch mit einer heulenden Furie zu tun :-P )

Nun habe ich für mein Pferd eine junge Tierärztin, die in einer Tierklinik arbeitet, Zusatzqualifikationen hat, mir von einem anderen (nachgewiesen kompetenten) Fachmann empfohlen wurde, geduldig aber bestimmt mit meinem Pferd umgeht und mir von sich aus viele Informationen zur Behandlung und Alternativen gibt. Ich habe ein gutes Gefühl! Und hoffe, dass ich sie nur noch zum Impfen rufen muss ;-) .

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