Kein Alcatraz – Pferde beim Longieren am Ausbrechen hindern

Posted By Keks on 24. Oktober 2009

Diese Woche ist irgendwie der Wurm drin. Ich wollte mit dem Pony einfach nur ein wenig Bodenarbeit machen und longieren. Aber dem ollen Knilch ist “einfach” irgendwie zu einfach :-P .

Wir hatten das erste Mal, seitdem ich das Pony kenne, richtig Probleme beim Longieren. Angefangen hat alles damit, dass er schon beim Angaloppieren immer gebuckelt hat. Und das war definitiv aus Protest, denn er hat dabei gegiftet und “gebrummt” (na ihr wisst schon). Schmerzen konnte ich eigentlich auch ausschließen. Weiter ging’s dann mit Ausbrechen. Die Anzeichen kannte ich bereits aus der Anfangszeit mit meiner Hafistute, nur dass das Pony noch andere Tricks auf Lager hatte (Buckeln,leicht  Anttäuschen, dann doch nicht, Kopf nach außen schleudern, auf dem Gebiss festbeißen und weg – Klasse ;-) ). Zu Zeiten der Hafistute hatte ich bereits die schmerzhafte lehrreiche Erfahrung gemacht, dass man gar nicht versuchen braucht, die Longe festzuhalten, wenn das Pferd bereits gestartet ist: Gurtlongen die sehr schnell durch die Hand gezogen werden, verbrennen die Haut sehr effektiv.

Nach dem vierten Ausbruch war ich so geladen, dass ich das Pony erstmal ‘ne Minute abgestellt habe (denn wütend braucht man ans Lösen solcher Situationen gar nicht rangehen… das schaukelt sich nur alles hoch) und hab mir Handschuhe besorgt. Zusätzlich hab ich die Longe noch neu verschnallt. Nämlich so, dass die Longe durch den inneren Gebissring gefädelt war und dann in den äußeren Gebissring eingehakt wurde – so kann man etwas mehr Druck auf das Gebiss und die Kinnlade ausüben. Und außerdem hab ich mir noch ein Hinderniss aus dem Springunterricht geschnappt und in die “Ausbruchsbahn” gestellt – als symbolisch/optische Absperrung (als tatsächlich Begrenzung wäre das zu wenig, aber das sollte ja nur ein visueller Reiz für’s Pony sein…

…also, Runde zwei: Ganz wichtig bei der Korrektur eines solchen Verhaltens ist es, Ruhe zu bewahren, aber trotzdem klarzustellen, dass jetzt Schluss ist mit dem Rumgeteste. Das schafft man nur mit energischer, sicherer Stimme (nicht keifen oder brüllen), einer selbstbewussten Körperhaltung und festen Position im Longierzirkel und klaren Stimmenkommandos (NEIN! RAUS! RUHIG! SCHRITT! TRAB! GALOPP! HALT! SCHÖN! – mehr braucht man nicht).

Letztendlich hat es dann auch gut geklappt. Nach mehreren vereitelten Ausbruchsversuchen (man muss genau auf das Pferd achten und wann es damit beginnt, nach außen zu schauen und du Muskeln zum Durchstarten anzuspannen, dann mit “Nein!” und (D)Ruck aufs Gebiss am Ausbrechen hindern… nicht ins Ziehen kommen, da verliert man, lieber Impulse geben) und hektischen Galopprunden hat das Pony dann endlich begriffen, dass wir dieses Spiel von mir aus auch bis übermorgen gespielt hätten. Denn das konnte ich ihm nicht durchgehen lassen – dann hätten wir diesen “Kampf” beim nächsten Mal von neuem gehabt und das wahrscheinlich noch heftiger.

Also, Ende gut, alles gut. Das Pony lief entspannt und schnaubend noch einige “Erziehungs-”Runden (auch ohne die Absperrung) und dann war Feierabend. Und woran kann’s nun gelegen haben? Am Stress auf der Koppel? War ich am Anfang nicht aufmerksam? Am Wetter? Ich weiß es nicht!

Comments

2 Responses to “Kein Alcatraz – Pferde beim Longieren am Ausbrechen hindern”

  1. Kathi sagt:

    Hey, schön geschrieben und ganz meiner Meinung. Ruhig und fair bleiben.Schön!
    Lg Kathi

  2. Keks sagt:

    Hey Kathi,

    dankeschön für das Lob. Das Pony hatte es beim darauffolgenden Mal auch nicht mehr versucht gehabt :-) .

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