Aufgehängt – Pferd niemals mit Knotenhalfter anbinden

Posted By Keks on 1. Februar 2011

Spätestens seit Parelli haben Knotenhalfter ja in fast jeden Stall Einzug gehalten. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Ich besitze selbst eins und benutze es meistens, wenn wir ausreiten wollen und wissen, dass es zwischendrin ein Pause geben wird, in denen die Pferde auch grasen dürfen. Es ist eben sehr praktisch die “paar Strippen” in die Tasche zu stopfen und nicht ein richtiges Stallhalfter mitnehmen zu müssen.

Viele benutzen es hauptsächlich für die Arbeit am Boden. Es soll durch die Knoten präziser wirken, weil diese beim Zupfen am Halfter auf Nervenenden am Pferdekopf wirken. Darüber kann ich mir noch kein richtiges Urteil erlauben, weil ich für die Bodenarbeit noch kein Knotenhalfter verwendet habe. Allerdings stelle ich das “präzise” etwas in Frage, weil diese Halfter selten genau ans Pferd angepasst werden.

Aber was ich eigentlich loswerden möchte: Bitte, bindet euer Pferd niemals mit einem Knotenhalfter an! Ein Knotenhalfter hat keine Sollbruchstelle. Bei einem normalen Halfter reißen die Verbindungsstücke, wenn sich ein Pferd mit voller Wucht reinhängt. Bei einem Knotenhalfter nicht. Der dünne Strick kann in so einem Fall Quetschungen verursachen, sich in die Haut/ ins Fleisch schneiden und schlimmsten falls das Genick brechen.

Kein Pferd ist so verlässlich, dass man sich zu 100 Prozent sicher sein kann, es würde sich nie erschrecken, wenn es angebunden ist. Und wenn es sich dann erschreckt und merkt, dass es nicht weg kann, wird es eher in Panik ausbrechen, als sich zu beruhigen. Deshalb ist das Knotenhalfter auch nicht für Erziehungsmaßnahmen beim Anbinden geeignet. So, genug mit der Ermahnung…  Ich freu mich, wenn die, die noch nicht drüber nachgedacht hatten, das im Hinterkopf behalten.

Comments

7 Responses to “Aufgehängt – Pferd niemals mit Knotenhalfter anbinden”

  1. Christian sagt:

    Full ACK

    Zwei Argumente, von Leuten die das anders sehen und Pferde mit Knotenhalfer anbinden
    (habe das genauso gehört/gelesen und sehe das aber anders)

    1.) Besser Pferd aufgehängt, als Pferd von Auto umgefahren, und verletzte Autoinsassen.
    2.) Man kann die Sollbruchstelle anderweitig einbauen, indem man beispielsweise zwischen Strick und Knotenhalfter ein dünnes Stück Kordel bindet. diese kann dann reißen.

    Gruß
    Christian

  2. Keks sagt:

    Hi Christian,

    ich freue mich immer über deine Kommentare, aber bei dem Thema kommen wir glaub ich nicht auf einen Nenner.

    Im allergrößten Notfall würde ich meine Stute vllt auch mit Knotenhalfter anbinden, dann aber nur mit der Variante die du im zweiten Punkt erwähnst und selbst da würde die Kordel mir viel zu spät reißen, denn der Strick vom Knotenhalfter ist mir einfach zu dünn und der Druck auf die Stellen an denen er liegt damit viel zu groß. Ein Stallhalfter oder jemand, der das Pferd kurz halten kann, ist bei mir bis jetzt immer da gewesen.

    Naja, und “besser Pferd aufgehängt, als Autounfall”… seh ich anders. Könnte mir nie verzeihen, wenn sich mein Pferd wegen meiner Halfterwahl aufhängt, nur weil ich die Möglichkeit ausschließen wollte, dass es auf eine Straße rennt. Das kann ja auch passieren, wenn Pferde aus der Koppel ausbrechen.

    LG
    Antje

  3. Jacqueline sagt:

    Hallo Christian,
    schön von Dir hier öfter zu lesen. Heute muss ich auch mal meinen “Senf” dazu geben.
    Zu Deinem ersten Punkt kann ich nur sagen, dass dieses Argument ja wohl sehr weit hergeholt ist. Ich habe meine Stute jetzt mehr als 20 Jahre und sie hat sich in dieser Zeit unzählige Male in Panik vom Anbinder losgerissen. Jedes Mal war ich sehr froh, dass der Panikhaken aufging oder einfach das Halfter zerriss. Sobald das Pferd dann merkt, dass es frei ist, bleibt es in der Regel stehen. Wir haben also in all den Jahren kein Auto auf dem Gewissen und meine Stute erfreut sich bester Gesundheit.
    Zum zweiten Punkt: Ich kaufe mir doch kein Knotenhalfter, um dann etwas “ranzustricken”!

    Freue mich, dass Du die oben genannten Argumente nicht teilst und lass mal wieder etwas von Dir hören.

    Antje, super Beitrag – bin ganz Deiner Meinung!

  4. Keks sagt:

    Jetzt bin ich verwirrt.

    Christian, sind das deine Argumente oder welche, die du gehört hast und nicht teilst? Irgendwie lese ich den Kommentar mal so und mal so ;-) .

    Jacqueline, dankeschön. Ja, bei deiner Großen wär das schon einige Male fatal gewesen. Zum Glück ist alles gut gegangen.

  5. Christian sagt:

    Ähm, Ok, entschuldigt die Verwirrung, das war nicht meine Absicht. Ich würde mein Pferd nicht am Knotenhalfter anbinden, weil mir das auch zu gefährlich ist.
    (Sicherlich auch wie Keks bei einem Notfall, aber der müsste schon ziemlich heftig sein.)

    Zu den genannten Meinungen: Sie überzeugen mich nicht, aber ich kann sie irgendwo irgendwie in Ansätzen nachvollziehen.(Oh Mann, das ist nicht einfach, das deutlich zu machen)

    Zu Punkt 1: Die Meinung kann ich gar nicht teilen. Auch wenn ich verstehe, dass da jemand Menschenleben über das Leben eines Tieres stellt. Diese Person hatte halt wirklich die Sorge, dass ihr Pferd auf die Landstrasse flieht, und dort ein schlimmerer Unfall passiert. Und wenn man dann direkt von toten Kindern ausgeht…

    Zu Punkt 2: Das finde ich als Kompromiss in Ordnung, würde das aber auch nicht machen, weil ich nicht weiss, wieviel Druck die Sollbruchstelle aushalten soll. Sie wäre dann zu stark oder zu schwach.

  6. Keks sagt:

    Hehe, danke für’s Aufklären. Dann bin ich ja beruhigt.

    Lieben Gruß
    Antje

  7. [...] konnte. Die Zügel konnt man so verschnallt auch gut als Anbindestrick nutzen. Ich bin ja absolut gegen Anbinden am Knotenhalfter und deshalb war die Trense einfach die beste Entscheidung um Ausrüstung zu sparen und flexibel zu [...]

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