Unter die Haut – Pferd chippen lassen
Posted By Keks on 15. April 2011
Letztes Jahr gab es bei uns auf dem Hof die Option, dass wir die Pferde über den Sommer, auf eine riesen Wiese stellen, wo sie den ganzen Tag und die Nächte verbracht hätten. Es war schon eine sehr idylische Vorstellung, dass Virginia zusammen mit ihrer Herde monatelang frei gelebt hätte. Im fetten Gras, mit einem Wäldchen als natürlichen Unterstand und neben den normalen Tränken auch ein Bach als Wasserquelle. Allerdings gab es ein Manko, weswegen wir uns dagegen entschieden haben: Die Entfernung.
Zur Weide hin hätte man gut 20 Minuten von unserem Hof aus gebraucht. Die Weide war so abgeschieden, dass es keinen Anwohner in der Nähe gab (bis auf ein paar Laubenpieper). Die Pferde waren uns zu unbeaufsichtigt, grade weil in Fällen von Kolik, Rehe und Co niemand häufig genug ein Blick auf die Pferde hätte werfen können. Außerdem hätten Fremde, wegen des Waldes, auch ungesehen die Pferde von der Weide holen und verladen können.
Grade wegen der Möglichkeit des Diebstahls habe ich schon oft darüber nachgedacht, mein Pferd chippen zu lassen. Das Chippen ist seit 1. Juli 2009 Pflicht in Deutschland. Das heißt alle Pferde, die nach diesem Datum geboren sind, müssen sowieso gechippt werden. Das gilt auch für Pferde, für die erst nach diesem Datum ein Equidenpass ausgestellt wird. Für alle anderen ist es freiwillig. Der 12 mm große Chip wird den Pferden meist auf der linken Seite im oberen Drittel des Halsmuskels implantiert. Durch die Art des Materials (das auch bei Implantaten von Menschen verwendet wird), soll es wohl nicht zu Entzündungen kommen und der Chip verwächst sich im Gewebe, wodurch er nicht wandern kann. Ich hab auch schon Horrergeschichten von großen Beulen gehört und Chips, die unter der Haut fröhlich weiter wandern, aber das wurde bisher noch nicht bestätigt. Allerdings habe ich schon Bedenken, wenn es darum geht, dass es zu Entzündungen kommen kann und Virginia vielleicht durch den Chip beeinträchtigt wird. Fremdkörper ist Fremdkörper
Trotzdem finde ich den Gedanken beruhigend, dass man mein Pferd mit Chip einfach identifizieren könnte, wenn man die 15-stellige Zahl ausliest und abgleicht. Meine eigentliche Traumvorstellung, dass man Virginia im Falle eines Diebstahls orten könnte, ist aber leider Quatsch
. Das Geld für einen Privatdetektiv müsste ich also investieren (haltet mich für verrückt, aber nach ner größeren erfolglosen Suchaktion würde ich das bestimmt in Betracht ziehen), aber wenigstens könnte ich beim Fund dann beweisen, dass sie wirklich meine ist. Das ist bei einem schwarzen Pferd mit wenig Wirbeln und nur einem kleinen Abzeichen an der Fessel nicht so leicht. Die sind zwar korrekt im Equidenpass eingetragen, aber so genau wird das vielleicht gar nicht kontrolliert. Außerdem kann man ihr Brandzeichen die meiste Zeit des Jahres kaum erkennen. Das ist aber okay, denn so ist sie vielleicht gar nicht erst ein begehrtes Objekt für Diebe.
Am Donnerstag kommt unsere Tierärztin. Ich werde sie nochmal ordentlich zu dem Thema ausfragen und mich dann entscheiden. Wenn ich mich dafür entscheide, berichte ich natürlich, wie Virginia den Chip verträgt. Und wenn ich mich dagegen entscheide, gibt’s noch ‘ne Kontra-Liste.
[...] einiger Zeit hatte ich ja überlegt, mein Pferd chippen zu lassen. Und ich habe mich dagegen entschieden. Die Vorteile vom Chippen habe ich ja schon erwähnt. Was [...]