Knick in der Optik – vom Geraderichten und schiefem Sitz
Posted By Keks on 22. April 2011
Ein Pferd hat eine gute und eine schlechte Hand und das gleiche gilt für eine gute/schlechte Seite des Reiters. Bei Virginia und mir unterscheiden sich diese Seiten. Sie bevorzugt die linke Hand – lässt sich hier besser stellen/biegen und ist beweglicher. Mir fällt es leichter, die Lektionen zu reiten, wenn wir auf der rechten Hand sind.
Ziel beim Reiten ist es unteranderem, das Pferd geradezurichten, so dass es auf beiden Händen gleich gut läuft. Denn ein geradegerichtetes Pferd belastet Vorder- und Hinterhand sowie die innere und äußere Hand gleichmäßig. So werden einseitige Verschleißerscheinungen von Gelenken & Co verhindert und Muskeln und Sehnen werden gleichmäßig ausgebildet und gestärkt. Also arbeiten wir auf verschiedene Weise daran:
- Lektionen werden auf beiden Händen trainiert
- Reiteinheiten werden immer mit der besseren Hand (des Pferdes) begonnen und beendet, um das Pferd schneller zu lockern
- Auch im Gelände wird darauf geachtet, dass auf beiden Händen gleichmäßig geritten wird
- Es werden viele Lektionen mit Stellung geritten (wie Schulterherein)
- Dehnübungen werden zusätzlich vom Boden aus trainiert
Aber auch der Reiter muss dafür an sich arbeiten. Als Reiterin mit einem Bürojob habe ich allerdings das Problem, dass ich mich neben dem Reiten nicht sonderlich viel bewege, sondern täglich eher stundenlang auf einem Stuhl sitze. Allseits bekannte Rückenschmerzen sind da leider auch bei mir vorprogrammiert. Aber besonders durch’s Reiten trainiere ich meinen Rücken noch recht gut und bin nicht so doll geplagt wie die lieben Kollegen
.
Ein Tipp bzgl. zuviel und falschem Sitzen fand ich sehr interessant: Wer Probleme mit einem schiefen Sitz im Sattel hat, sollte im Alltag seine Beine nicht überschlagen. Und wenn man das aus Gewohnheit nicht unterlassen kann, sollte man zumindest die Beine abwechselnd überschlagen und nicht immer nur zur gleichen Seite. Am Anfang habe ich gezweifelt, aber nachdem ich das längere Zeit beachtet habe, hat sich die Beweglichkeit tatsächlich verbessert. Einfach mal ausprobieren. Kostet ja nichts.
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