Was nicht passt… – erkennen, wenn der Sattel nicht passt

Posted By Keks on 26. April 2011

Aus aktuellem Anlass folgt nun ein Beitrag über passende bzw. unpassende Sättel:

Als ich Virginia gekauft habe, war sie erst vier Jahre alt und auch nur angeritten. Außerdem gehört sie als Welsh Cob zu einer Rasse, die zu den Spätentwicklern zählt. Die fehlende Muskulatur, die nicht ausgeprägte Sattellage und die mit Sicherheit noch folgenden größeren Veränderungen ihres Körperbaus waren der Grund, warum ich mich für den Anfang für einen Wintec-Sattel entschieden hatte. Denn bei diesen Sätteln kann man neben der Polsterung (wie bei anderen Sätteln auch) zusätzlich das Kopfeisen austauschen und damit den Sattel in eine komplett andere Größe ändern. Wenn Virginia ausgewachsen und auch von der Muskulatur gefestigt ist, bekommt sie einen schönen Ledersattel (wenn ich das nötige Kleingeld bis dahin habe und er auch passt, wird’s ein brauner Stübben ;-) )

Ein Sattler hat den Sattel beim Kauf nach Virginias Statur und Rückenlänge ausgewählt und angepasst. Das ist nun ein Jahr her und nach dem letzten Training musste ich feststellen, dass es an der Zeit ist, den Sattel neu überprüfen und anpassen zu lassen. Erkennbar wurde das durch das Schweißbild nach dem Reiten. Bei einem gut sitzenden Sattel schwitzt das Pferd gleichmäßig unter einem Sattel (eines der wichtigsten Punkte ist z.B., dass die Wirbelsäule immer frei sein muss, weil der Sattel hier niemals aufliegen darf). Bei Virginia konnte man hinter der Schulter sehen, dass sie auf beiden Seiten an einer Stelle (ungefähr handflächengroß) hinter der Schulter nicht geschwitzt hatte. Ansonsten war das Schweißbild sehr gleichmäßig. Dass sie an den beiden Stellen nicht geschwitzt hatte, kann ein Zeichen dafür sein, dass der Sattel zu eng ist und die Schweißdrüsen hier abgedrückt wurden und deshalb nicht arbeiten konnten. Mein Sattler kommt hoffentlich nächste Woche und kontrolliert alles genau.

Bisher zeigt Virginia keine weiteren Zeichen, aber es gibt noch andere Signale, die ein Hinweis dafür sein können, dass einem Pferd der Sattel nicht passt. Habt einfach mal ein Auge drauf:

Beim Satteln
- Schlagen mit dem Schweif
- Drohen und Beißen
- empfindliche Reaktion beim Streichen über die Sattellage

Beim Reiten
- Wegdrücken des Rückens
- schiefes Tragen des Schweifs
- Zähneknirschen
- Buckeln oder Durchgehen
- Wegeilen unterm Reiter
- taktunreines Laufen
- keine Dehnungsbereitschaft beim Vorwärts-Abwärts
- Probleme beim Biegen

Nach dem Reiten
- aufgerautes Fell in der Sattellage
- ungleichmäßiges Schweißbild
- Druckstellen
- Stellen, die heiß und angeschwollen sind
- aufgescheuerte Stellen

Wenn ein Sattel nicht passt kann das früher oder später dazu führen, dass das Pferd Satteldruck und ernsthafte Rückenprobleme bekommt. Dadurch, dass es unter dem Sattel nicht entspannt laufen kann, werden Muskelpartien falsch ausgeprägt und das Pferd kann den Reiter nicht dauerhaft tragen ohne dass es gesundheitliche Schäden davon trägt. Außerdem verbindet das Pferd mit der Arbeit unter dem Sattel Schmerzen und Unwohlsein, weswegen es nicht mitarbeiten und mitdenken, sondern sich eher wiedersetzen wird (siehe “Signale beim Reiten”). Wenn möglich sollte ein Sattel deshalb öfter kontrolliert werden.

Comments

2 Responses to “Was nicht passt… – erkennen, wenn der Sattel nicht passt”

  1. Pferdenarr sagt:

    Ja dort können die Probleme wirklich entstehen. Man sollte auch nicht einfach so einen Sattel auflegen, sondern immer vorher anpassen lassen und schauen, ob das Pfed damit zurecht kommt.

  2. [...] Was nicht passt… – erkennen, wenn der Sattel nicht passt [...]

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