Reiterjargon – den Rücken nicht hergeben

Posted By Keks on 31. August 2009

Mit dem Ausdruck den Rücken nicht hergeben, ist gemeint, dass das Pferd nicht entspannt, sondern sogar verspannt unter dem Reiter läuft. Dabei schwingt das Pferd nicht locker im Rücken mit der Bewegung mit und macht sich fest. Meistens drückt das Pferd dabei nicht nur den Rücken weg, sondern spannt auch die Unterhalsmuskeln an und streckt den Kopf nach oben – die Verspannung ist perfekt.

Pferd tritt unter und wird vorbereitet auf's vorwärts-abwärts-Dehnen

Pferd tritt bereits leicht unter und wird vorbereitet auf's vorwärts-abwärts-Dehnen

Damit ein Pferd einen Reiter aber auf Dauer tragen kann ohne einen körperlichen Schaden zu nehmen, müssen die Rückenmuskeln gestärkt werden. Bei freilaufenden untrainierten Pferden ist es normal, dass die Tiere eher auf der Vorhand und auch mal mit weggedrücktem Rücken (”Hohlkreuz”) laufen. Um das “unnatürliche” Reitergewicht tragen zu können, müssen die Muskeln des Pferdes aber erst trainiert werden. Ziel ist es, dass das Pferd den Rücken aufwölbt und mit den entspannten Rückenmuskeln und den angespannten (nicht! verspannten) Bauchmuskeln seinen Körper so stabilisiert, dass es das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken auch tragen kann. Um das Pferd dazu zu bringen, diese wichtigen Muskelpartien richtig einzusetzen, muss die Hinterhand aktiviert werden. Das Pferd eilt also nicht davon, sondern tritt mit den Hinterbeinen unter seinen Schwerpunkt und nimmt so Last auf. Wenn es sich zusätzlich mit Kopf und Hals vorwärts-abwärts dehnt, wird hier dann der vordere Teil der Rückenmuskeln aufgewölbt. Wenn man dann noch die richtige Versammlung des Pferdes (also das vermehrte Untertreten mit der Hinterhand und die dadurch entstehende Aufwölbung/Aufrichtung der Oberlinie des Halses – mit der Nasenlinie vor der Senkrechten und dem Genick als höchsten Punkt) fördert, macht man sein Tier optimal fit für’s Tragen. Dabei darf man natürlich nicht vergessen immer zwischen Dehnung und Versammlung abzuwechseln und danach auch absolut freie Bewegung (auf der Koppel) zuzulassen. Denn nur durch die Variation vermeidet man das einseitige Überlasten.

Gibt ein Pferd seinen Rücken nicht her, also wölbt ihn nicht auf, können viele Folgeerscheinungen entstehen: Es kommt zu Verspannungen im Pferderücken; die Taktreinheit geht verloren; das Pferd belastet die Beine falsch, so dass die Gefahr von Hufrollenenzündung und Sehnenschäden besteht und es können Kissing Spines (also das schmerzhafte Berühren der Dornfortsätze der Wirbelsäule) auftreten.

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4 Responses to “Reiterjargon – den Rücken nicht hergeben”

  1. [...] Kommentare voll reingeritten » Wie meinen?! – Reiterjargon, die Sprache der Reiter bei Reiterjargon – den Rücken nicht hergebenvoll reingeritten » Wie meinen?! – Reiterjargon, die Sprache der Reiter bei [...]

  2. [...] Eigentlich handelt es sich dabei wieder um eine Lektion, bei der Überprüft wird, ob das Pferd korrekt geritten [...]

  3. [...] Erst mit dem Aussitzen beginnen, wenn das Pferd bereits locker ist und den Rücken hergibt. Die Bewegungen sind dann fließender und leichter zu sitzen und so für Pferd und Reiter viel [...]

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