Geknackt – Chiropraktiker für’s Pferd
Posted By Keks on 26. Juli 2010
Vor 2 Wochen habe ich mein Pferd chiropraktisch behandeln lassen. Dazu hatte ich mich entschlossen, weil Virginia abwechselnd immer eins ihrer Hinterbeine entlastet. Außerdem bilde ich sie ja grade aus und wollte abklären lassen, ob sie sich schmerzfrei bewegen kann und eventuelle Protestreaktionen von ihr nicht von Schmerzen kommen (sondern weil Pferde auch mal launisch sind oder sie schlichtweg in dem Moment nicht versteht, was ich von ihr will
).
Auf jeden Fall habe ich das Glück, dass unsere Tierärztin zusätzlich zertifizierte Chiropraktikerin für Pferde ist und sich Virginia letztens genau angesehen hat.
Was macht ein Chiropraktiker also nun am Pferd:
Durch Toben, Stürze, falsche Belastung o. ä. können sich bei Pferden Blockaden bilden. Das heißt, dass sich Wirbel und Gelenke verkanten/fehlstellen und das Pferd in der Körperregion dann Schmerzen bei der Bewegung verspürt. Wenn sich diese Blockaden nicht von selbst lösen, führt das dazu, dass das Pferd dem Schmerz ausweicht, indem es diese Region nicht mehr belastet und dadurch andere überbelastet. Dadurch können dann wiederum neue Blockaden und Verspannungen entstehen.
Zu Beginn der Behandlung, wollte die Chiropraktikerin viele Details zu meinem Pferd wissen:
- wie alt ist sie
- wie wurde sie bisher gearbeitet
- auf welcher Hand läuft sie besser
- wie lang braucht sie in der Aufwärmphase
- hatte sie bekannte Unfälle
- reagiert sie an bestimmten Körperstellen auffällig auf Druck
- warum wollte ich eine chiropraktische Behandlung für mein Pferd
Dann habe ich ihr mein Pferd an der Hand vorgetrabt, um Lahmheiten auszuschließen. Anschließend wurde jedes der Gelenke einzeln von der Chiropraktikerin abgetastet und Blockaden mit gezielten Handgriffen oder dem Bewegen von Virginia (Hals, Beine, Schweifrübe,…) gelöst. Es hat ab und zu geknackt, aber ansonsten verlief die chiropraktische Behandlung sehr sanft und ohne offensichtlichen extremen Körpereinsatz (wobei die Geschichte schon sehr anstrengend für beide Beteiligten ist). Inklusive der Vor- und Nachbesprechung hat die Behandlung ungefähr eine Stunde gedauert.
Es ist wichtig zu wissen, dass Pferde nach der Behandlung Muskelkater haben können bzw. erst wieder lernen müssen, bestimmte Körperregionen zu belasten. Deshalb sollte das Pferd in den Folgetagen genau beobachtet und lieber erstmal geschont oder nur schonend gearbeitet werden. Oft macht es Sinn, die Behandlung ein zweites Mal wiederholen zu lassen, um die nachhaltige Lösung der Blockaden nochmal abzusichern.
Virginia hatte vor allen Dingen Blockaden im Nacken- und Hüftbereich (ihr Rücken ist ganz toll
– na das ist doch mal was). Seit der Behandlung läuft sie auch merklich besser unterm Sattel. Sie biegt und dehnt sich leichter und ist auch zu Beginn der Arbeitseinheit nicht mehr so verspannt.
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