Wenn einfach einfach einfach wäre – Pferd einschläfern lassen
Posted By Keks on 25. August 2010
Ab wann kann man sagen, dass man ein Pferd von seinen Leiden erlöst und wann tötet man es einfach nur?
Wir haben einen dämpfigen Wallach bei uns im Stall. Seit Anfang des Jahres hat er große Probleme mit der Atmung (Bauchatmung – Dampfrinne, angespannte Nüstern, Husten…). Es geht ihm nicht gut! Der Tierarzt des Pferdes hat mal dies und das probiert (Lungenspülung, schleimlösende Mittel, Inhalieren…) und auf dies und das geschlossen (verschleppte Bronchitis, chronisches Lungenleiden,…) aber nie konnte dem Pferd wirklich geholfen werden. Nachdem die Therapie mit Kortison “nur” für vier Tage die Beschwerden stoppte, galt das Pferd für den Tierarzt als austherapiert (”nichts hilft mehr”, “abegeschrieben”, “lasst es bleiben”). Das ist so ein ekelhaftes Wort, wenn man dabei diesem lieben Wallach auch noch in die Augen guckt. Ich habe ihn gesehen, als er in den vier Tagen lebensfroh, energiegeladen und ohne Atembeschwerden auf der Weide umherlief.
Der Besitzer nicht. Er hat sich entschieden, den Wallach einzuschläfern. Ich bin fassungslos! Nicht, weil der Besitzer eine Entscheidung für sein krankes Pferd fällt. Auch nicht weil er das tut, ohne sein Pferd in den letzten Monaten überhaupt oft gesehen zu haben. Und auch nicht, weil er Behandlungsmethoden nicht versucht hat (denn er hat sehr viel machen lassen). Sondern weil er sich auf die Meinung eines einzigen “Tierarztes” verlässt.
Sicherlich ist es schwierig eine solche Entscheidung zu treffen. Aber es ging dem Pferd gut. Für vier Tage – wirklich gut. Und andere Tierärzte (mit denen wir – nicht der Besitzer – gesprochen haben) schließen noch nicht getestete Ursachen nicht aus und halten auch eine dauerhafte Behandlung mit Kortison für möglich (auch bei der Gefahr von Hufrehe u.ä. wäre das Leben für das Pferd bis zum, trotzdem früherem, Ende lebenswert).
Freitag ist der Termin. Ich kann darüber nicht nachdenken.